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nimmt; wenn ihn sein Kriegsherr ehrenvoll aus der Ver-bannung, in die er sich selbst launenvoll begeben, zurück-ruft: kann da von einem Zögern, vvn einem Schwankennoch die Rede sein? Wohlverstanden: Montecuculi istkein ehrgeiziger Politiker, der wie Wallenstein zögert, umseine Bedingungen zu machen und seine Stunde zu erwarten;er ist nach Weilen nichts als ein Ritter und ein Held.Auch der Dichter hat sich dieser natürlichen Empfindungnicht entziehen können; er fühlt, daß sein Stück beendigtist, sobald Montecuculi seinen Max wiedersieht und denRuf vernimmt: Zum Kampf! In abgeschwächter Formetwas wie das Grillparzer'sche Wort an Radetzky: „Indeinem Lager ist Oesterreich!" Darum bricht er die Scenedes Wiedersehens im ersten Akte plötzlich in der Mitteab, um sie im dritten Akte genau zu wiederholen und aus-zuführen. Um den grillenhaften Widerstand des Heldenstärker zu betonen, läßt er zu seiner gekränkten Eitelkeitund dem Schatten des ermordeten Freundes noch dasEhrenwort treten, das Montecuculi der Königin Christinegeleistet, nicht ohne ihre Zustimmung Rom zu verlassen.Natürlich bleibt ihr am Schlüsse nichts übrig, als ihmsein Wort zurückzugeben und sich stolz in den Mantel derEntsagung zu hüllen.
Man empfindet Mitleid mit dem Schatten dieser ar-men Königin; so oft sie auf der Bühne erscheint, muß sielieben und entsagen: letzteres, nebenbei bemerkt, war nungar nicht die Tugend der schwedischen Christine. Geradefür unsere Zeit religiöser Kämpfe liegt in dieser TochterGustav Adolfs, eines großen Vaters großer Tochter, nurdaß sein Genius sich in ihr zum Dämon verwandelt hatte,ein interessantes Problem und ein dankbarer Stoff, der
Frenzel, Dramaturgie. ! 19