Band 
[Erster Band]
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noch seines Dichters harrt. Freilich dre romantische Taschen-buchsnovellistik im Stil van der Veloe's kann ihn nichtbewältigen.

Begreift man in Weilen's Stück wohl die Handlungs-weise Christinens, die den geliebten Mann nicht ziehenlassen will, so hüllt sich, wenigstens für mich, die Absichtder Jesuiten in dieser Angelegenheit in ein undurchdring-liches Dunkel. Was in aller Welt treibt sie dazu an,Montecumli von feinem Heer entfernt zu halten? Sinddie Türken nicht Roms Feinde? Nur wenn er in Rombleibt, sagt Marsedo, bleibt auch Christine. Aber dasist nicht wahr; und wenn es sich darum handelt, Wienvor den Ungläubigen zu retten, fragt der Orden Jesu dochschwerlich nach der Laune eines verliebten Weibes. DerDichter läßt seinen Jesuiten — er erschien übrigens ausunserer Bühne nur als weltliches Mitglied der Gesellschaft,mit einem Degen und einem Bart ü la Ilanri Matra,was mich zu dem Glauben brachte, daß sich unter den Leiden-schaften des sündigen Fleisches, die er schon bezwungen,die der Eitelkeit nicht befunden — eine vortreffliche Redeüber die Bedeutung des Ordens halten; vielleicht nicht anden geeigneten Mann gerichtet, nämlich an den jungenRittmeister, dem ein Schüler Loyola's sein Herz schwerlichso weit aufgeschlossen haben wird, aber nach Inhalt undForm tief, kraftvoll, von einer großen Weltanschauunggetragen. Um so kleiner erscheinen, an dieser Rede ge-messen, die Thaten des Ordens. Ebenso thöricht wieverbrecherisch hält Marsedo den Grafen Montecuculi indem Wahn fest: sein Freund wäre todt — aber er istnur todt, weil die Jesuiten ihn in einen finsteren Kerkerzu Modena geworfen haben. Sie wollen den Grafen