Band 
[Erster Band]
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katholischen Kirche übergetreten sein will, streifen an dasLächerliche. Wie wenig hat Weilen den geistlichen Zug be-griffen, der durch das siebzehnte Jahrhundert geht! An demMangel dieser Kenntniß der Zeit leidet auch die Sprache,die viel zu modern gefärbt ist und arge Alltäglichkeitenenthält. Der Technik des Stücks fehlt die Durchbildung;die Wandlung der Decoration im ersten Akt hat etwasSchülerhaftes, im letzten Akt gleicht der Palazzo Farneseeinem Gasthanse, in das jeder unangemeldet Hineintritt.Im Ganzen ein Stück voll österreichischen Patriotismus— wollte dieser Patriotismus nur deutsch und nicht mitseinem italienischen Retter Wiens international sein! —aber von mäßigem litterarischen Werth; ohne tieferen Reiz,aber bunt und beweglich im Aeußerlichen.

Gespielt wurde mit Frische und einer gewissen-Vollen-dung. Herr Robert (Max von Wolffen) hat eine Rolle,die ihm glücklich liegt, anziehend gestaltet und mit feuriger,nicht nachlassender Wärme durchgeführt. Ihm gegenüber ver-dient die Darstellung des Herrn Kahle (Antonio Marsedo)gleiche Anerkennung; ruhig, würdig, überlegen in jedemZuge erschien dieses Mitglied der Gesellschaft Jesu ebensoscharf und bestimmt in seiner Rede, wie schmiegsam undsein in der äußeren Haltung. Herr Berndal hat dem„neuen Achilles" das Möglichste abzugewinnen gesucht,aber sein Naturell widerstrebt diesen schmachtenden, proble-matischen Charakteren. Alles an ihm ist mehr auf dasCharakteristische, als auf das Träumerische, mehr auf dasMännliche, als auf das Weibische gerichtet. Es fehlt ihm derromantische Schmelz des österreichisch-italienischen Cava-liers. Am besten gelang die große Scene des dritten Aktes,wo endlich der Feldherr in ihm durchbricht. Herr Ober-