laender mühte sich mit dem Dümmsten aller Diplomaten,Josias von Mathei; die Figur gehört mehr in eine Rosen'schePosse, als in ein -Weilen'sches Schauspiel. Dem komischenElement wurde Herr Oberlaender gerecht, äußerlich hättenwir ihm eine größere Grandezza gewünscht. Die diploma-tischen Perrücken des l7. Jahrhunderts erregen unser Ge-lächter, aber in ihrer Weise sind sie grandios. Von denDamen hatte Frau Erhartt als Königin Christine denLöwenantheil. Sie hat feurig und wirksam gespielt; irgendeine neue Seite bietet die Rolle ihrem Talente nicht; esist die Schablone der verlassenen Geliebten, in heroischerGewandung, noch dazu in den blässesten Farben gemalt.Die Aufnahme des Stückes von Seiten des Publikums wareine mäßig günstige.
Sonnabend, den 2. März I87M Katharina Howard.
Trauerspiel in fünf Auszügen von Rudolf GottschaU.
Gottschall's Trauerspiel erscheint etwas verspätet aufunserer Bühne. Schon im Jahre 1865 ist es in Dresdenund Wien zur Aufführung gekommen. Vielen tragischenSchauspielerinnen hat sich die Rolle der Katharina Howardals eine anziehende und dankbare Aufgabe dargeboten.Recht eingewurzelt scheint sich indessen das Trauerspielnirgends zu haben. Es hat etwas Meteorartiges, daseine Weile blendet, allein den Blick nicht auf die Dauerfesselt. Dieser Mangel scheint mir zugleich dem Stoffund der Behandlung anzuhaften, die der Dichter ihm hatzu Theil werden lassen.
Von den Frauen Heinrich's VIII. von England istKatharina Howard, der geschichtlichen Ueberlieferung nach,