Band 
[Erster Band]
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angemessen. Die Ausstattung war prächtig, das Ganzeging gilt und rasch zusammen.

Montag, den 14. October 4872: Wnllenwever. Trauer-spiel in fünf Aufzügen von Heinrich Kruke.

Heinrich Kruse's „Wnllenwever" erschien im Jahre1870; wir haben eine epische, in gerader Linie fortschrei-tende Geschichte, keine dramatisch sich- gipfelnde Handlungvor uns. Die dichterischen Vorzüge Kruse's beruhen inder Frische und Kraft seiner Sprache, in der Lebendigkeitund Wahrheit seiner Charakteristik; die Schwäche seinerdrei bisher bekannt gewordenen Dramen: die Gräfin,Wnllenwever, Erich XIV. — liegt in der Fabel. Ihn ver-führt das Beispiel Shakspeare's in den englischen Königs-dramen; indem er eine Reihe geschichtlicher Scenen zu-sammenstellt und sie mehr oder minder geschickt um einenHelden gruppirt, glaubt er ein Drama geschaffen zu haben.Aber schon die moderne Bühneneinrichtung, von dem theoreti-schen Irrthum abgesehen, widersetzt sich solchen Versuchen;er hätte nur die erstaunten, stumm fragenden Blicke desPublikums beobachten sollen, als es, nach einer Pausevon zwei Minuten, denselben Mann, den es eben gesundund munter eine Reise antreten sah, in einem Kerker ge-fesselt und gefoltert wiederfand. Diese Sprünge sind ineiner ausgebildeten Kunst nicht mehr möglich. Ob es, einem großen Dichter gelingt, den Wnllenweverstoff drama-tisch zu gestalten, weiß ich nicht: die beiden Versuche, dievon Karl Gutzkow und Heinrich Kruse vorliegen, kommentrotz eigenthümlicher Schönheiten über die dramatisirteChronik nicht hinaus.