Band 
[Zweiter Band]
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Im Einzelnen enthält das Stück viele feine und sinnigeZüge, ein gewisser idyllischer Hauch, der das Ganze durch-weht, wirkt wohlthuend und läßt uns das Karge undVerzwickte der Handlung vergessen. Die natürlich em-pfindenden Menschen: Beate, Tony, der OekonomierathSeebnrg schlagen siegreich die verzärtelte Eveline und denschwärmenden Gustav, dem ein „weißes Blatt" aus einemMädchenstammbuche »zum Blatt im Buche des Lebens —zum Sternenhimmel" wird, aus dem Felde.

Um die Darstellung haben sich Frau Erhartt (Beate)und Herr Oberlaeuder (Oekonomierath von Seeburg)das größte Verdienst erworben. Die Huldigung, die derDichter selbst in der oben angeführten Stelle der Schau-spielerin der Beate darbringt, brauche ich unserer treff-lichen Künstlerin nicht zu wiederholen. Ohne Ueber-treibung, schlicht, treuherzig und wahr hat Frau Erharttgespielt und gerade dadurch der Beate einen poetischenReiz verliehen; der Vergleich Seeburg's, der sich so wieBeate „Ceres die Göttin des Feldes denkt", konnte nichtleicht eine bessere und anmuthigere Verkörperung finden.In der Toilettenscene, wo das weiße Härchen und dieRunzel zur Erscheinung kommen, hat Frau Erhartt denUmschwung, der sich durch diese Entdeckung in der Stim-mung Beaten's vollzieht, in der glücklichsten Weise an-gedeutet und dadurch die Grundlage für die Fortentwicke-lung des Charakters geschaffen. Weniger gelungen wardas Spiel der Künstlerin im letzten Akte. Hier sollte siegrößer, freier und bewußter sein, mir klang Einiges zuschwach und matt. Herr Oberlaender hat in dem Oeko-nomierath eine ebenso liebenswürdige als fein humoristischeGestalt gegeben. Solchen, nicht allzuscharf und allzustark

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