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Freitag den 6. Februar 1874, neu einstudirt: Der Spieler.
Schauspiel in fünf Abtheilungen von A. M. Dffland.
Der Spieler ist eine Lieblingssignr des Theaters zuallen Zeiten getvesen, gerade wie die Leidenschaft des Spielsimmer mit gleicher Stärke unter den Menschen geherrschthat. Allen Gesetzen, allen Aenderungen der Sitte undLebensgewohnheiten zum Trotz tritt das Spiel überall miteiner Art elementarer Gewalt auf und spottet jeden Ver-suchs, es thatsächlich und auf die Dauer abzuschaffen. Nurdie Form wandelt sich; was heute Würfel, ist morgenKartenspiel, am dritten Tage Börsenspiel. Bald nenntes sich Landsknecht, bald Pharobank, hier wird „getempelt",dort „gegründet". Selbst die Summen, die gewonnen undverloren werden, sind die gleichen geblieben; nicht nur inunseren Tagen, auch zur Zeit Karl's II. und Ludwig's XIV.wurden Vermögen in einer Nacht verspielt. Darum wirdder Typus des Spielers vor jedem Publikum und aufjeder Bühne ein verständlicher und ergreifender sein. Erläßt wie der Charakter des Eifersüchtigen sowohl die tra-gische als die komische Behandlung zu. Regnard z. B.,nach Molibre der beste französische Lustspieldichter derälteren Bühne, hat im Jahre 1696 in einer seiner treff-lichen Komödien den Spieler von dieser Seite aufgefaßt.Es ist nur billig, daß ein Mann, dessen Unverbesserlich-keit nach dieser Richtung hin sich in dem Verlauf desStücks klar erwiesen, die Liebe seines Vaters eben so wiedie seiner Verlobten verliert und am Ende ohne Brautund ohne Vermögen dasteht. Da Valer, von diesem einenLaster abgesehen, sonst eine Fülle guter Eigenschaften be-sitzt und für sich einzunehmen weiß, würde ein solcherSchluß ohne Zweifel eine tragische Beimischung haben