Band 
[Zweiter Band]
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Spieler Posert, der Secretär Gabrecht sind charakteristischeFiguren aus dem Ende der deutschen Zopfperivde. Esfehlt nicht an ergreifenden Scenen, an Worten, die zumHerzen dringen; wie Posert die Noth Wallenfeld's zu be-nutzen versteht und ihn zum Dienst an seiner Bank zwingt;wie Wallenfeld das übel gewonnene Geld mit vollen Händenausstreut; die Begegnung des Generals Bildau mit demalten sechzigjährigen Lieutenant Stern; die letzte großeSpielscene: das sind Züge eines bedeutenden Talents, eineraußerordentlichen Kenntniß des Theaters und eines feinabwägenden Verstandes. Iffland ist nicht entfernt ein großerPoet, aber ein vortrefflicher Theaterschriftsteller. Er weiß,was das Publikum will und liebt — so sicher, daß nochheute nach siebenzig Jahren die Wirkung, die er hervor-gebracht, nachzittert; daß trotz Allem, wodurch wir Menschenvon heute in seiner Dichtung abgestoßen oder zum Lächelnbewogen werden, der Kern der Sache uns bedeutender er-scheint, als die gute Hälfte aller modernen Theaterstücke,die wir Jahr aus Jahr ein wie kleine Lichter aufflackernund verlöschen sehen. Schauspiele wie „Die Jäger", „DerSpieler" sollten nie ganz von einer großen deutschen Bühneverschwinden: sie sind nicht nur gute Stücke, sondern be-sitzen auch einen echt nationalen Hauch, von dem ichwenigstens mich lieber umweht fühle, als von dem Dustfranzösischer Nachahmungen.

Einige Kürzungen würden der Darstellung zu Gutekommen; die Rolle des Rector Berger'kann um die Hälftezusammengestrichen werden; ebenso redet der SecretärGabrecht zu viel; weniger ist charakteristischer. Im Ganzenmuß sich die Darstellung eiliger, beflügelter vor uns ab-rollen; das Unaufhaltsame der Leidenschaft und der Noth