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sollten kräftiger und heftiger in ihr zmn Ausdruck gelangen,als es gestern noch geschah. Herr Liedtcke weiß zunächstden Zuschauer für Wallenfeld günstig zu stimmen undbis zu einem gewissen Grade einzunehmen; dies erscheintmir als einer der wichtigsten Punkte für den Darsteller.Ganz darf Wallenfeld weder in unserer Meinung noch inunserer Neigung sinken. Der Kavalierzug, den Herr Liedtckeder Figur so trefflich zu bewahren weiß, die Zärtlichkeitdes Vaters, die Liebe zur Gattin — sie allein machen esdeni Zuschauer möglich, bei den Ausgang des Stücks sichdem Glauben hinzugeben, daß der Spieler geheilt undgerettet sei. Die leidenschaftlichen Ausbrüche in der Scenemit Posert, ehe Wallenfeld den schweren Entschluß faßt,waren künstlerisch gesteigert und wirkungsvoll; in derChampagnerscene könnte die Mischung von Verzweiflung undtoller Freude, von „Wein und Thränen" noch wilder undüberschäumender dargestellt werden. Der wägende Künstlermuß es auch verstehen, einmal zu wagen. Herrn Döring'sPosert war eine in ihrer Schäbigkeit und Nüchternheitdurchaus originelle Figur, der begabteste Zeichner könntesie nicht besser entwerfen. Die Herren Berndal (GeneralBildau), Oberlaender (Geheimrath von Wallenfeld),Hiltl (Haussecretär Gabrecht) waren jeder in seinemHumor, vortrefflich in Charakteristik und Stimmung. We-niger wollte mir Herr Wünzer als Lieutenant Stern zu-sagen, dem ebenso sehr das Gemüth des Vaters wie derStolz des Officiers fehlte; die ganze Gestalt war zu äußer-lich gegriffen und nicht innerlich durchlebt und empfunden.Ihre kleine, hinschmachtende Rolle hat Frau Erhartt (Ba-ronin von Wallenfeld) mit Feinheit und bescheidener Zurück-haltung durchgeführt. Die kleineren Rollen waren in den