Band 
[Zweiter Band]
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Händen der Herren Dehnicke (Fernau), Schwing (Ad-jutant), Krause (Rector Berger), Pohl (Diener Jakob)und Anna Eptlo (Karl) gut aufgehoben. Wie schongesagt: ein wenig beflügelter, und die Darstellung würde sichtrefflich abgerundet haben. So gab es hier und dort Lückenund Stockungen. Das Publikum folgte ihr mit wieder-holtem Beifall für die Hauptdarsteller.

Donnerstag, den 18. Februar 1875, neu einstudirt:Struensee. Trauerspiel in fünf Aufzügen von MichaelBeer, mit der Musik von Meyeriieer.

Vor mehr als zwanzig Jahren gehörte die Auf-führung dieses Trauerspiels zu den glänzendsten unsererBühne; in der Erinnerung Aller, die sie gesehen, ist sielebendig geblieben. Von denen, die damals, in denHauptgestalten des Trauerspiels, jugendkräftig, feurig undschwungvoll vor uns erschienen, finden wir heute auf demTheaterzettel, so lang auch das Personeuverzeichniß ist,nur einen, unsern Altmeister Döring wieder; die andern:Auguste Crelinger, Clara Hopps, Edwina Viereck, HermannHendrichs, Ludwig Dessoir, deckt das Grab. Aber ihreNamen genügen, um wenigstens ein Schattenbild, eineVorstellung von dem hervorzurufen, was damals eineAusführung des „Struensee" auf der Bühne des Schau-spielhauses war. Nichts erscheint thörichter, als in dertheatralischen Kunst Rückblicke und Vergleichungen zuwagen: man verkümmert sich die Gegenwart, ohne imStande zu sein, die Vergangenheit wieder lebendig zumachen. Auf den Brettern, vor einem ewig neuen, ewigwechselnden Publikum hat nur der Lebende Recht, unddem Rückschauenden bleibt zuletzt nur die schmerzliche