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gefangen nehmen und ihn nicht aus der Illusion entweichenlassen. Die Behauptung, die sich oft in dramaturgischenAbhandlungen vernehmen läßt, daß der Glanz der Aus-stattung die Dichtung beeinträchtige und ihr zum gutenTheil die Aufmerksamkeit des Zuschauers entziehe, wirdviel leichter am Studirtisch als im Theater selbst gemachtund aufrecht erhalten; hier wird jeder Beobachter desPublikums zugestehen müssen, daß die Menge gerade vonder glücklichen und passenden Ausstattung eines Drama'sden ersten und stärksten Eindruck empfängt, den Anstoß,der die leicht bewegliche Phantasie in eine bestimmte Rich-tung drängt und in ihr festhält. Auf der Berliner Hof-bühne gewährt unter andern der zweite Akt der „MariaStuart" ein solch' fesselndes Bild, charakteristisch für dieDichtung und bleibend in der Erinnerung der Zuschauer;umgekehrt wirkt die ärmliche Ausstattung vieler Stückeim Burgtheater zu Wien oft komisch; der Gegensatz desreichen Genua, des verschwenderischen goldprnnkenden Fiesko,der prächtig einherrauschenden Donna Jmperiali, von denender Dichter beständig spricht, und ihrer bedenklich dürf-tigen Erscheinung wird auch durch das vollendetste Spielnicht überwunden. Stände die Frage immer so, daß wirnur zwischen Ausstattung und Spiel zu wählen hätten,daß der Glanz der einen die Trefflichkeit des anderen aus-schlösse,'so wäre die Frage sogleich entschieden. Wie inden meisten Lebenslagen wird aber auch hier die Mittel-straße die goldene sein. Der Darstellung der „bezähmtenWiderspenstigen" in Meiningen ist nun der italienischeCharakter so scharf und originell ausgedrückt, daß wireiner italienischen Maskenkomödie beizuwohnen glauben.Die Deinhardstein'sche Bearbeitung des Shakspeare'schen