Band 
[Zweiter Band]
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Markte." Shakspeare hat nach diesem Bericht die Schluß-scene seines dritten Aktes entworfen: eine Scene, in dersich Groteskes und Entsetzliches mischen und die in er-greifendster Weise das Drama auf dem Formn bei derLeiche Cäsar's schließt; ohne Zweifel hatte der erste Schau-spieler, der den Cinna spielte, ihm Charakter und Geprägeeines Clown gegeben und seine unfreiwillige Komik er-höhte noch den Eindruck des Schrecklichen. In Meiningenwird diese Scene mit großer Lebendigkeit gespielt undder Eindruck würde noch starker sein, wenn man die Rolledes Cinna einem bedeutenderen Schauspieler übertragenkönnte. Die zwei letzten Akte des „Julius Cäsar" stehenschon in der Dichtung den drei ersten nach; es ist wie im„Hamlet". In den drei ersten Akten eine rasch und stetigaufsteigende Handlung, in scharfer Gruppirung, in den letztenbald Ueberstürzung und Ueberladnng durch die Fülle desNebensächlichen, bald Wiederholungen und epische Breitewo wir den schnellsten Gang der dramatischen Muse er-warteten. Auf der Bühne bleiben der vierte und fünfteAkt des „Julius Cäsar" meist ohne rechte Wirkung; dasschöne und erschütternde Gespräch zwischen Brutus undCassius ist mir bei der Darstellung noch nie zu vollendetemAusdruck gebracht worden, der fünfte Akt endlich mitseinem schlecht gegliederten scenischen Aufbau — fünfmalwechselt die Scene bei Shakspeare — und seinem Schlacht-getümmel zersplittert sich in eine Reihe von Bildern. Durcheine treffliche Decorativn, die von Händel in Weimar undBrückner in Cvburg ausgeführt ist, fucht das Theater inMeiningen diesen Schwierigkeiten abzuhelfen. Der Vorder-grund ist als Ebene gedacht; rechts steigen Felshöhenempor; in der Mitte ist eine Schlucht zu denken, die der