Band 
[Zweiter Band]
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im Zelte des Brutus abspielen; mit großem Geschick undkünstlerischem Verständniß ist der letzte Akt — die Schlachtbei Philippi — in eine einzige Dekoration zusammen-gedrängt worden. Was der Zuschauer an Dekorationenvor sich sieht, stammt nicht aus der mehr oder mindergeschäftigen Phantasie eines talentvollen Malers; mit ge-nauester Berücksichtigung archäologischer Studien sind sieentworfen. Während eines Aufenthaltes in Rom imJahre 1869 hat der Herzog Georg II. von Meiningenmit dem Conservator der römischen Alterthümer Viscontidiesen Theil der Einrichtung „Cäsar's" besprochen. DieAnsicht des römischen Forums im dritten Akte ist ganznach Viscvnti's Angaben gezeichnet: sie stellt das Forummit der Ansicht aus den Palatin da; die Rostra steht mitihrer breiten Seite der Curia des Senats gegenüber. ImHintergründe führen Stufen zu Palästen, Triumphbögenhinauf. Nicht weniger original und naturtren ist dieSchlußdecorativn, die uns das Schlachtfeld von Philippiveranschaulicht. Und diese so eigenthümlichen Decorationendenke man sich nun mit Helden und Frauen, mit Volks-massen und Kriegern erfüllt, die vom Scheitel zur Sohleeinen altrömischen Eindruck machen. Nichts von jenendürftigen Tüchern, die überall als Toga gelten; nichtsvon modern frisirten Franenköpfen mit Chignons; nichtsvon mittelalterlichen Spießen und Hellebarden, die fürWaffen der Legionen ausgegeben werden: alles, bis aufdie Leuchte im Zelte des Brutus, bis auf den Medusenkopf,der den Mantel des Cäsar trägt, hat antiken Charakter.Ueber das Wesentliche dieser Aufführung wird sich nachmancher Richtung hin streiten lassen: daß sie das Publikumtief und mächtig bewegte, wird dagegen von Niemand be-