Band 
[Zweiter Band]
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stritten werden. Scenen, wie den Festzug Cäsar's, seineErmordung, Antonius' Rede bei der Leiche, den Schlußdes Ganzen, wo von der Höhe die Sieger, in grellerFackelbeleuchtung, auf den letzten Römer hinabschauen,haben nicht Viele unter uns jemals im recitirenden Dramaan sich vorüberziehen gesehen. Die Behandlung der Massenist hier fast zur Vollendung gebracht. Wenn Casca denStreich auf Cäsar führt, stößt das um die Curia ver-sammelte Volk einen einzigen herzerschütternden Schreiaus; eine Todtenstille tritt dann ein: die Mörder, dieSenatoren, das Volk stehen einen Augenblick wie gebanntund erstarrt vor der Leiche des Gewaltigen, dann brichtein Sturm ans, dessen Bewegung man gesehen, dessenBrausen man gehört haben muß, um zu empfinden, wiegewaltig, wie hoch und wie tief die Wirkung dramatischerKunst zu gehen vermag. In der Scene auf dem Forumfolgen, sich einander überbietend, die großartigen undüberraschenden Momente: wie Antonius auf die Schulternder Menge gehoben wird und so, inmitten der wildestenBewegung, das Testament Cäsar's vorliest; wie dieWüthenden die Bahre mit dem Leichnam ergreifen, wieAndere mit Fackeln Herbeistürmen; wie endlich Cinna,der Poet, im wildesten Getümmel getödtet wird. Manglaubt den Anfängen einer Revolution beizuwohnen. Hiernun kommt der Gegensatz und die Frage zu ihrem Rechte:ob vielleicht nicht des Guten in der Beweglichkeit zu vielgethan wird; ob der Lärm nicht um einen halben Tonermäßigt werden könnte?

Aber man thäte den trefflichen schauspielerischenKräften der Gesellschaft Unrecht, wollte man einseitig nurdiese Scenen, denen freilich die erschütterndste Wirkung