Band 
[Zweiter Band]
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that seinem Cäsar durch die Uebertreibung Eintrag, dieer den schon an sich hochtrabenden Versen des Dichtersgab. Von den Damen Frau Berg (Calpurnia) undFräulein Setti (Portia) zeigte namentlich die letztere inihrer einzigen Scene im zweiten Akte eine starke Leiden-schaft. Unter den kleineren Rollen wurde die des Clodius,des Dieners Cäsar's, von Herrn Wallner recht gut dar-gestellt: der Ausbruch seines Schmerzes bei dem Anblickder Leiche seines Herrn war von einer Wahrheit der Em-pfindung und einer Lebendigkeit des Spiels, die bei einemso jungen Schauspieler überraschen mußte: die Uebung magdabei das Beste gethan haben. Die Verhältnisse des Mei-ninger Hoftheaters sind selbstverständlich nicht der Art,daß in den bedeutenderen Rollen nur „erste Kräfte" er-scheinen können; hier ist schon viel geleistet, wenn imGroßen und Ganzen die Dichtung würdig rmd lebens-voll dargestellt wird. Der wiederholte Beifall des Publi-kums bewies, daß nicht einzig und allein die Einrichtungund Ausstattung — wie sie in dieser Trefflichkeit unddiesem Glänze dem Berliner Publikum in einem klassi-schen Drama freilich noch nicht geboten worden sind —sondern neben der überwältigenden Gesammtleistung auchder Vortrag und das Spiel der einzelnen Künstler anzogund fesselte.

Nach dem großen Erfolge, den sie mit der Aufführungdes Shakspeare'schen „Julius Cäsar" errungen, brachte dieGesellschaft des Meiningen'schen Hoftheaters Montag, den11. Mai, das Trauerspiel „Sixtus der Fünfte" vonJulius Minding zur Darstellung. Für Berlin ist