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das Stück neu; keine unserer Bühnen hat es bishergewagt, die Dichtung, welche neben einem hervorragendenSchauspieler auch eine eigenthümliche Ausstattung er-fordert, aufzuführen. Julius Minding war vor dem Jahre1848 eine bekannte Persönlichkeit in Berlin; finanzielleVerwickelungen trieben ihn mit einem Verwandten, demDoctor Vetter, nach Amerika. Dort errichtete er inNewyork ein ärztliches Bureau und wurde wenige Monatespäter am 7. September 1850 todt auf dem Sopha liegendgefunden. Er hatte durch Selbstmord geendet: wie mirerzählt wurde, hatte sich bei dem plötzlichen Tode seinerFrau eine unüberwindliche Schwermuth seiner bemächtigt.Außer einer Sammlung von Gedichten, einem Lehrgedichte„Das Leben der Pflanze" besitzen wir von Julius Mindingeine treffliche Uebersetzung der Frithiof-Sage und dasTrauerspiel Papst Sixtus der Fünfte: die beiden Werke,welche ihn überlebt. Das Trauerspiel kam bald nachseiner Vollendung in die Hände von Julius Mosen undAdolf Stahr nach Oldenburg, die es zu einer Darstellungauf dem dortigen Theater einrichteten. Die Aufführungscheiterte damals, in der Mitte der vierziger Jahre, ansehr begreiflichen Rücksichten des Hofes und der Censur.Doch ist es Oldenburg gewesen, von dem das Stück durchdie Einrichtung und Ausgabe des Textes von August Becker,dem Director des Oldenburger Theaters, und des Ober-regisseurs Clemens Rainer in Zürich nun wieder bekanntund verbreitet worden ist. „Sixtus der Fünfte" ist einBuchdrama, voll von der liberalen Tendenz und den libe-ralen Schlagwörtern der Zeit, in der es entstanden. Inmehr als einem Gedanken begegnet sich Julius Mindingmit dem Dichter des „hohen Liedes". Das Rhetorische,
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