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und Blut entgegen: seltsam, eigenthümlich, phantastischin eine phantastische Welt gestellt, aber in jedem Zugedas Gepräge des Dichters wahrend. Die Meininger sindnicht vor dem Wagniß zurückgeschreckt, uns leibhaftig, wiees der Dichter fordert, die schöne Kunigunde in ihrerganzen greisenhaften Häßlichkeit bei der Toilette zu zeigen;eine gewandte Schauspielerin, Frau von Moser-Sperner,steht keinen Augenblick an, in dieser ebenso fragwürdigenwie lächerlichen Gestalt zu erscheinen. Dabei sei indessengleich bemerkt, daß die Seene nicht hält, was sie beimLesen verspricht; während der Leser einen schaurigen Ein-druck des Unheimlichen und Hexenhaften empfängt, über-wiegt bei dem Zuschauer das Komische; er lacht und freutsich der gelungenen Verwandlung, aber er kann, der Naturder Sache nach, kein „Gruseln" empfinden. Um so reiz-voller wirkt die erste Scene des vierten Aktes, wo Käthchensich die Strümpfe auszieht, um durch den Bach zu waten.Das ist so naiv und herzig, so lustig und so jungfräulichverschämt, daß man sich wundert, wie sich die Darstelle-rinnen des Käthchen's bisher eine solche Seene entgehenlassen konnten. Zu dem Gefühle, die Dichtung rein undunverfälscht zu vernehmen, gesellt sich das andere, auchdie Welt zu sehen, in der sie sich abspielt. Die Meiningergeben in ihrer Aufführung ein getreues Bild des fünf-zehnten Jahrhunderts; wie ihn die Bilder des Theuerdankdarstellen, sitzt der Kaiser Max auf dem Altan. DieRüstungen, die Helme mit den gewaltigen Federbüschen,die Sturmhauben, die Schlachtschwerter sind nach denOriginalen in alten fürstlichen Rüstkammern gefertigt;die Damen tragen keine Phantasiekostüme, sondern dieechten, schweren Stoffe und Hauben der Zeit. Da ist