Band 
[Zweiter Band]
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zur Handlung übergeht, den Vorhang, der die Scene schließt,aufhebt und nach dem Hintergründe schreitet, die beidenAndern ihm folgen, ist unsere Aufmerksamkeit auf dasHöchste gespannt, unsere Phantasie angeregt, alle holdenWunder hinzunehmen, die uns versprochen worden sind, diesich auf diesem Schauplatz abspielen sollen. Eine feier-liche Musik setzt ein und der Himmel thut sich auf. Inder Wolkenglorie, auf bläulichem Grunde, schweben dreiErzengel, in tieffarbigen Gewändern, in hellster Beleuch-tung, Aus der Wolkenschicht unter ihnen steigen rechtsund links breite Treppenstufen felsartig nieder, zwischenbeiden gähnt der Rachen der Holle fort und fort flammen-lodernd. Aus ihm tritt in rother Kleidung nach dem Weihe-gesang der Engel Mephistopheles hervor und schreitet --vom Zuschauer aus — die rechte Treppe hinan, fast bis zurobersten Stufe, so daß er den hoch über ihm schwebendenEngeln Auge in Auge gegenübersteht. Um ängstlichenGemüthern keinen Anstoß zu bereiten, hat man in Weimardie Worte, die Goethe dem „Herrn" in den Mund legt,von dem Erzengel Michael sprechen lassen, der in derGlorie mit dem Schwert auftaucht und im Namen Gottesdas Gespräch mit Mephisto führt. Nur einmal, bei demWorte: „Es sei!" leuchtet hoch oben im mächtigsten Glänzedas Gottesauge, welches die Jesuiten in den Kuppeln ihrerKirchen als Symbol Gottes anzubringen pflegten. Ichkann eine solche Rücksicht wohl in dem besonderen Falle,aber nicht für das Allgemeine billigen. -Der „Herr" istdie entscheidende Person des Prologs, und ich vermagnicht einzusehen, welch' besonderer Art von Frömmigkeitseine Reden Pein oder Anstoß erregen sollten. Natürlichkann der Herr nicht sichtbarlich auf der Bühne erscheinen;