Band 
[Zweiter Band]
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links zur ebenen Erde, von der Straße durch einen Zaungetrennt, der Garten Martha's. Faust steht an den Pfeilergelehnt, während die Orgel ihre letzten Klänge aussendetund unter den Andächtigen auch Gretchen den Dom ver-läßt und die Treppe hinabschreitet. Vor dem Bilde derMutter Gottes betet dann das schuldige Gretchen; aus demBrunnen füllen die Mädchen ihre Wasserkrüge; oben zwischendem Dom und dem Hause bringt Mephisto dem schönenKinde seine Serenade; Valentin stürmt von unten dieTreppe herauf; auf den Stufen findet der Zweikampfstatt; auf ihnen, halb liegend, halb sitzend stirbt Valentin,das Volk füllt oben und unten die Bühne in röthlicherFackelbelenchtung; oben auf der Schwelle des Doms, ausdessen geöffneter Pforte ein voller Lichtschein strömt, suchtGretchen vergebens ihre Seele zu Gott zu erheben: nichtnur, daß alle diese Vorgänge sich hier in einer ganz anderenPlastik und Bestimmtheit, als bei der gewöhnlichen Bühnen-einrichtung, darstellen, auch die Einheit der Dichtung undder Zusammenhang der Scenen sind durch die Vermeidungdes beständigen Decorationswechsels unvergleichlich bessergewahrt, die einzelnen Begebenheiten schließen sich unmittel-barer und.inniger an einander und zugleich geht uns dasBild einer mittelalterlichen Stadt, dieses nothwendigenHintergrundes für den ersten Theil der Dichtung, lebendigaus. Weniger günstig erweist sich diese Gliederung derBühne für die Scenen Gretchen's in ihrem Gemache undin Martha's Garten; der enge Raum hindert jede freieBewegung, ja er drückt sogar den Schwung dieser schönstenVerse, die je von des Dichters Lippen quollen, nieder.Ich halte für diese Scenen die alte Einrichtung: ein ge-schlossenes Zimmer, einen weitläufigen Garten, in dem die