Band 
[Zweiter Band]
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Paare auf- und niedergehen, entschwinden und wieder her-vortreten können, für durchaus geboten: eben so durch denGeist der Dichtung wie durch die Schauspielkunst bedingt.Als Verbindung zwischen dem Tod Valentin's und demEnde Gretchen's dient die Walpurgisnacht. Felsgegendmit wildem, phantastischem Wolkengetümmel in Mondbe-leuchtung; hin- und herfliegend das Irrlicht. Von außer-ordentlicher Wirkung ist die Erscheinung Gretchen's, dieoben auf der Zinne langsam vorüberschwebt. Zum Schlußder Walpurgisnacht hat Otto Devrient mit feinem Ver-ständniß die Scene, iip der Faust und Mephisto „aufschwarzen Pferden daherbrausend" am Rabenstein vorüber-reiteu, genommen. Kaum ist Gretchen entschwunden, soerscheint auf dem dunklen Hintergrund ein Galgen mitschwarzen darum tanzenden, webenden und schaffenden Ge-stalten. Der schauerliche Eindruck bereitet stimmungsvollauf das Ende vor. Auch für die Kerkersceue eignet sichdie gewöhnliche Einrichtung besser, als der hier gewählteThurm mit zwei Stockwerken, in dessen unterem Gretchen'sGefängniß ist, in dessen oberem der Thürmer wohnt. WieFaust's Studirzimmer muß auch Gretchen's Stube, Gret-chen's Kerker ein geschlossenes Ganze, eine Welt für sichsein, neben der es eine Weile keinen zweiten Raum gebendarf.

Es sind eben nur die Linien, die ich wiedergebenkann, nicht die Farben. Aber auch so, trotz der Dürf-tigkeit dieser Umrisse, wird dem Leser das Geschlossene,Zusammenhaltende dieser neuen Einrichtung einleuchten;je größer die Bühne ist, um so stärker wird der male-rische Reiz des Ganzen sein. Eine ausdrucksvolle Musikvon dem Kapellmeister Lassen vermittelte alle Uebergänge,