Band 
[Zweiter Band]
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sie begleitete harmonisch den Prolog im Himmel, denAusgang des ersten Aktes, das Auftreten Gretchen's; siekündigte Valentin's Erscheinen mit einem kräftigen Trommel-wirbel an und umgab mit einem feinen Gewebe melo-discher Klänge den Spaziergang. Kürzungen hatte derBearbeiter nur in der Walpurgisnacht vorgenommen. Dieganze Vorstellung dauerte sechs Stunden: offenbar für eingewöhnliches Theaterpublikum viel zu lang.

Mit hochgespannten Erwartungen sahen wir Alle demzweiten Abend entgegen: ich halte es für ein untrüglichesZeichen der theatralischen Lebensfähigkeit des Werkes, daßdiese Erwartungen nur in zwei Akten getäuscht, in dendrei anderen über ein mittleres Maß des Geuügens weithinaus befriedigt wurden. Man vergesse nicht, daß es sichhier nur um Versuche handelt. Der erste Akt: die Scenenam Hofe des Kaisers, die Erfindung des Papiergeldes,der Maskenzug, die Beschwörung der Helena gehören zudem Eigenthümlichsten und Anziehendsten, was man aufder Bühne sehen kann. Ein kurzes Vorspiel — Faustschlafend von Ariel und seinen Geistern bewacht, in einerschönen Landschaft, in der Morgendämmerung — eröffnetweihevoll den weiteren ^ Kreis des Lebens und der Ge-stalten, in den Faust nun eintritt. Nach dem kurzen Ge-sang und einem leicht bewegten Tanz der Genien er-wacht er; langsam fängt die aufgehende Sonne die Gipfelder Berge, die Wälder, den Strom zu erleuchten an. Mitdem Verse: „Am farbigen Abglanz haben wir das Leben!"endigt das Vorspiel; unter einer rauschenden und präch-tigen Musik beginut der erste Akt. Die Wirkung desselbenist eine äußerlich überraschende und geistvoll anregende.Auf dem obersten Theil der Bühne ist vor drei Bogen-