„So ruhe denn an deiner Stätte!
Sie weihen das Paradebette,
Und eh' das Seelchen sich entrasft,
Sich einen neuen Körper schafft,
Verkünd' ich oben die gewonnene Wette.
Nun freu' ich mich aufs große Fest,
Wie sich der Herr vernehmen läßt!"
Da erschallen von oben himmlische Gesänge, Rosenfallen nieder, die Teufel verbrennend; der Wolkenflor zer-reißt, Engel nahen: bestürzt heißt Mephisto die Teufelsich kopfüber in den hinten gähnenden, flammenhauchendenHöllenrachen stürzen und wirft sich ihnen zuletzt selbermit den Worten nach:
„Nein, diesmal gilt kein Weilen und kein Bleiben:
Der Reichsverweser herrscht vom Thron;
Ihn und die Seinen kenn' ich schon,
Sie wissen mich, wie ich die Ratten, zu vertreiben."
Oben in der Glorie erscheint die Himmelskönigin,das Christkind im Arm. Aus dem Wolkenschleier, auf dermittleren Höhe der Bühne, tauchen links Gretchen, rechtsFaust im weißen Gewände knieend auf, und indem siehöher schweben, rücken sie einander unmerklich näher; ihreHände vereinigend, liegen sie, während der Vorhang sinkt,zu den Füßen der Jungfrau. Ich brauche nicht zu sagen,daß bei dieser ganzen Scene die Musik die vermittelnde,entscheidende und lösende Rolle übernimmt, ja der eigent-liche äen8 6X maobina für den menschlich unlösbarenKnoten ist.
Dies die Aufführung in Weimar. Mit dem General-intendanten von Loön, der mit unermüdlicher Energiedas schwierige Werk zu einem glücklichen Ende gebracht,und dem Kapellmeister Lassen, dem wir die an einigenStellen geniale Musikbegleitung verdanken, verdienen die