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Wesens charakterisirt. Durch diese Gegenüberstellung istin den zweiten Theil von vornherein etwas Schematischesund Trockenes gekommen, was, ganz abgesehen von derabnehmenden dichterischen Kraft Goethe's, die dramatischeBewegung hemmt und die Durchsichtigkeit schädigt. Woim ersten Theile Menschen, treten im zweiten Schemen,Allegorien, Symbole, im besten Falle Typen auf. Einezweite Schwäche liegt darin, daß der einzig Handelnde desDrama's Mephisto ist, während Faust zum Redner herab-sinkt. Faust hat den Einfall, Mephisto macht ihn zurThat. Und indem wir ihn nun vor den Andern thätigund tüchtig sehen, verlieren wir das Grauen vor ihm; ererscheint nns nicht mehr als ein Dämon mit kalter Teufels-faust, sondern als der überlegene, kräftig zugreifende, rück-sichtslose, ironisch gestimmte Mann. Für ein Drama aberwird es immer bedenklich sein, wenn der Diener dem Herrnim Verlauf der Handlung über den Kopf wächst. Zu diesenMängeln, die im Wesen der Dichtung liegen, gesellt sichdie schwer verständliche Form. Die Fülle der hineinge-heimnißten Beziehungen ist für ein Theaterpublikum unent-wirrbar, die Gelehrsamkeit der klassischen Walpurgisnachtunergründlich und der Humor der Raufebold und Haltefestungenießbar. Sollen wir aber darum für immer auf denletzten Akt mit seiner unvergleichlichen Erhabenheit; ausdie Geschichte der Helena in ihrer klassischen Schönheit;auf die Buntheit und Mannigfaltigkeit der Erscheinungendes ersten Aufzugs verzichten? Ich glaube nein; wirmüssen uns nur darüber schlüssig machen, zwei Drittel derLadung über Bord zu werfen, um ein Drittel zu retten.Ohne dieses Opfer zweifle ich an der theatralischen Lebens-fähigkeit des zweiten Theils; seine Aufführung würde auch