Band 
[Zweiter Band]
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in der jetzt in Weimar beliebten Form nur als ein „Fest-spiel" sür ein ganz besonderes Publikum bestehen bleiben.Denen, die über eine solche Zerstörung der Dichtung kla-gen oder zürnen, ist es unbenommen, sich an dem Buchezu ergötzen und zu erbauen; ebenso wenig wie dem „dra-matischen Gedicht Faust", das aus unseren Bühnen lebt,wird dem Buche dadurch die geringste Schädigung erwachsen.

Sei es mir gestattet, hier meine Ansicht über die Ein-richtung des zweiten Theils für die Bühne zu entwickeln:ein bescheidener Beitrag zur Faustsrage. Von der OttoDevrient'schen Bearbeitung nehme ich das Vorspiel undden ersten Akt, der mir vor Allem musterhaft erscheint,auf. Das Vorspiel eröffnet in glücklicher Weise die neueHandlung. Faust erwacht unter dem Gesang der Geisterzu einem neuen Leben, fernab schweben die Schattenbilderdes vergangenen, eine größere Thätigkeit, ein erweiterterWirkungskreis thun sich vor ihm auf; sein Ehrgeiz spanntdie Flügel; der Mann, der sich auf der Bühne der Weltschöpferisch erweisen will, stellt sich uns dar. Als erster Schrittauf der neuen Bahn ist das Erscheinen Fünftens undMephistos am Kaiserhofe aufzufassen. Durch die Erfin-dung des Papiergeldes empfehlen sich beide dem Kaiser:der Gegensatz, in dem sie zur Kirche stehen, wird scharfcharakterisirt; die Einfügung des Wunders in den Masken-scherz ist heiter und gefällig; die Beschwörung der Helenaschließt die Handlung groß und mächtig ab. Bisher istdem naiven Zuschauer Alles klar und begreiflich geblieben.Auch die Leidenschaft Fünftens für Helena erregt keinSchwanken und kein Kopfschütteln bei dem ergriffenenPublikum; wir Alle stehen unter dem Bann ihrer Schön-heit und hegen den Wunsch, daß Faust das schöne Ge-ls*