181
wäre, im Epilog das Stück zu commentiren." Ich solltemeinen, daß so zusammengefaßt die Handlung auch dieserbeiden Akte verständlich wäre, der Zusammenhang mitdem ersten Auszug gewahrt bliebe und der Fortschritt dergeistigen Entwickelung des Helden sich geltend machte.Einen Einschnitt in die Helenageschichte halte ich desEuphorion und der Verwandlung der Dekoration wegenfür nothwendig. Das plötzliche Auftreten des Knabenwirkt befremdlich und halbwegs komisch, die in Weimarsich im Unter- und Mittelraum gleichbleibende Dekorationermüdete das Auge und stumpfte die Aufmerksamkeit ab.Die Dekoration der Euphorionseene habe ich schon obenin Umrißlinien angegeben. Was man auch versuchen mag,der vierte Akt wird die Klippe der Aufführung bleiben.Der ganze Fortgang der Handlung besteht darin, daß Faustvon dem Kaiser die Schenkung des Meerstrandes erhält.Dafür ist der Aufwand von Wort und Handlung, der dazuverbraucht wird, zu groß. Ohne Noth wird man zunächstdie drei gewaltigen Gesellen entbehren können. Die Sieben-meilenstiefel, die Raben, der Hokuspokus mit Donner-wetter und Wassersnöthen folgen ihnen nach: es bleibendrei Scenen: Faust und Mephisto auf dem Kamm desHochgebirges mit dem Entschluß, dem Kaiser beizustehenund durch Magie seine Gegner zu überwinden; die Schlacht,die durch einen Boten geschildert werden mag; FanstensBelohnung und das Gespräch des Bischofs mit dem Kaiser-in füglicher Zusammendrängung. Die Scene baut sichmir so auf: oben auf dem Felsgrat, der im Morgenroth-schimmer glüht, während der untere Theil der Bühnenoch im Schatten liegt, erscheinen Faust und Mephisto;rechts an den Felsen gelehnt das kaiserliche Zelt, mit