Band 
[Zweiter Band]
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schlafenden Kriegern davor, links ein Felsvorsprung vondem aus die Späher die Schlacht beobachten, die in demThal zu ihren Füßen geschlagen wird. Faust und Mephistosteigen links den Felspfad hinab, die Bühne erhellt sichmehr und mehr, das Zelt des Kaisers öffnet sich, er tritthinaus, über die mittlere Erhöhung der Bühne ziehen dieGewappneten von der rechten Coulisse in die linke. Derfünfte Akt darf nicht angetastet werden, er ist ein Juwelder Dichtung. Nothwendig erscheint mir für die decorativeAusstattung der Scene ein weiter Prospect, der Anblickdes Meeres. Vielleicht empfiehlt sich für den letzten Auf-tritt „großer Borhof im Palast", wo die Lemuren beirothglühendem Fackellicht dem Faust das Grab graben,eine besondere phantastische Dekoration.

Ueber den Fortgang der Handlung nach FaustensTode wird, in dem heutigen Stadium der Versuche, schwer-lich eine Einigung erzielt werden. Von der WeimarerEinrichtung verspreche ich mir nicht viel, sie beruht zuausschließlich auf der Musik. Daß Mephisto im Augen-blick, wo Faust sterbend niedersinkt, das Kleid des Die-ners von sich wirft und als Dämon sich offenbart, ist derDichtung angemessen, aber das Auftreten der kleinen undgroßen Teufel, von denen die einen den Rand des Grabesbewachen, die andern in die Luft greifen, um die SeeleFaustens zu erhäschen, wirkt komisch; die vorn Himmel herab-regnenden feurigen Blumen, die Engels chöre, die Apotheosesind eben nicht mehr als der Ausgaug eines Zaubermär-chens und haben nicht entfernt die feierliche Größe undden melodischen Schwung des Prologs im Himmel. DasSchlimmste ist der Zwiespalt in der Seele des Zuschauers.Die Rechtfertigung des Sünders durch die Fürbitten der