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gültig, ob im Nebenhanse sich ein Anderer daran ergötzt;vor Raphael's sixtinischer Madonna in Dresden habe ichimmer nur die eine Empfindung gehabt: es möchten alleanderen Beschauer eine Weile den stillen Raum, den sieheiligt, verlassen. Ganz anders im Theater: da sitzt derEinzelne ein Atom unter vielen Atomen. Er lebt, denkt, fühltnur im allgemeinen Strom; das Gähnen seiner Nachbarnsteckt ihn an wie ihr Lachen. Für den Beobachter istdarum die Gesellschaft, die einer theatralischen Darstellungbeiwohnt, beinahe ebenso wichtig, wie das Werk selbst.Die dramatische Kunst, ihrer Natur nach demokratisch undan eine städtische Bevölkerung gebunden, bedarf zuerst undzuletzt eines Publikums. Kein dramatischer Dichter kannsich mit dem einen Plato begnügen, auch Wagner nichtmit dem einen Könige Ludwig II.
Wer war nun in Bayreuth? Sieht man billig vonder Anwesenheit des deutschen Kaisers und einiger fürst-lichen Personen ab, die, in die enge, heiße Fürstengaleriedes Wagner-Theaters mit ihrem Gefolge zusammengedrängt,nicht entfernt das glänzende und prächtige Schauspiel boten,wie eine Galavorstellung im Berliner Opernhause, so wardie Versammlung der übrigen „Patrone, Gönner undFreunde" keine sehr überraschende. Vier Fremdenlistenliegen mir vor, die mit einigen Ausnahmen alle Personenaufführen, welche der ersten Reihe der Festvorstellungen bei-wohnten. Von unseren großen Staatsmännern und Feld-herren war Niemand zugegen; Oesterreich war durch denGrafen Andrassy vertreten; von unseren diplomatischenCorps waren Herr von Keudell und Herr von Radowitzdie hervorragendsten. Drei Parlamentarier führt die Listeauf: Franz Duncker, Marquardsen, Cornelius Hehl. Aber