Band 
[Zweiter Band]
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Zu-gekommen, um der Lesewelt über ein Ereigniß zu berichten,das, um es parlamentarisch milde auszudrücken, verunglücktist. Von dem Publikum gedrängt, hat die Presse vonAnfang an diesem Wagnerischen Theaterunternehmen einInteresse zuwenden müssen, das in gar keinem Verhältnißzu dessen Bedeutung steht. Wien hatte, um nur allgemeinbekannte Namen zu nennen, Ludwig. Speidel, EduardHanslick, Professor Schelle, David Spitzer, Wilhelm Singer,Hugo Wittmann; Berlin Paul Lindau, Gustav Engel,Ehlert, Professor Ehrlich, Ludwig Pietsch, Hans Herriggesandt. Aus München war Hermann Schmids der ver-diente Romanschriftsteller, aus Florenz Karl Hillebrand;von französischen Schriftstellern Albert Wolf, CatulleMendes, Eduard Schurs zugegen. Welcher Aufwand vonGeist und Arbeit nicht um ein Kunstwerk, das seit längerals einem Jahrzehnt in seinem dichterischen Theil denGebildeten bekannt ist, von dem zwei Theile im MünchenerTheaterrepertoir einen festen Platz haben, sondern umeine — Theatergründung zu beurtheilen, die sich, miteinziger Ausnahme des tief gelegten und bedeckten Orchesters,als durchaus mangelhaft erwiesen hat!

Neben, oder besser vor diesen „Rittern vom Geist"trat die Geburtsaristokratie in den Vordergrund. Dievielgenannten aristokratischen Damen aus Berlin, Wienund Petersburg, welche die eigentlich bewegende Kraft desWagnerthums bilden, spielten mit Walkürengürteln, mitAugenwinken und Lächeln die Rolle, die ihnen gebührt.Dahinter ihre Kavaliere, die wollend oder nicht wollendder Fahne des Propheten folgen; in letzter Linie derNachechor der Enthusiasten. Jeder kennt die Geschichtevon dem Patriarchen Cyrillus, der stets mit einem Gefolge