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Nein, diese Schleppe! Da ist Graf Andrassy! Auch Pen-thesilea mit einem Walkürengürtel! Hier kommt der! Dortsitzt jene! An die Fünfzig und noch immer kokett! Füroder wider den Meister? Hat hier nur der Musikenthu-siast oder hat hier auch der gequälte Mensch das Rechtder freien Rede?" So durch einander im lauten Wechsellaufen Frage und Antwort. Das Ganze ist eine Mischungaus dem Foyer eines Theaters und der Promenade einesBadeortes. Von Weihe und Nachdenklichkeit keine Spur.Das Publikum, das im Berliner Opernhause einer Auf-führung der „Antigvne" beiwohnt, ist noch einmal so ernstund gesammelt, als diese bunte, schwirrende, vielleichtgeistreiche, sicherlich frivole Gesellschaft. Je weiter dasFestspiel vorrückt, desto länger werden die Gesichter, dieToiletten vereinfachen sich, in erschrecklicher Menge kommenbei den Damen dieselben Kleider zum Vorschein, und natür-lich sind sie nicht mehr frisch und glanzvoll wie am erstenAbend. Keiner nimmt noch besondere Rücksicht auf seinAeußeres, das Heer zieht nicht mehr mit klingendem Spielin die Schlacht, hoffnungslos harrt es auf verlorenemPosten aus: die Frauen sind fast sämmtlich in einem Zu-stande hysterischer Aufregung, die Männer im Haschisch-rausch. Selbst die Gegner haben alle Widerstandskraftverloren und schleichen wortlos und trübselig umher. WenigeVeteranen beiderlei Geschlechts waren am vierten Abendnoch kampffähig — und hier lege ich den Lorber derreinsten Bewunderung zu den Füßen des weiblichen Ge-schlechts. Ehre den Frauen, sie sind das stärkere Ge-schlecht. Wehe mir Armen, der ich einst über die Ama-zonen Penthesilea's auf der Bühne gelacht, ich kannte dieAmazonen von Bayreuth noch nicht. Schöne, Helden-