Band 
[Zweiter Band]
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wüthige Frauen — alle, bis auf vier oder sechs, im Alterder Heldinnen Balzae's und darüber — welche Tapferkeithaben sie bewiesen, welche Nerven! Sie fanden nichtsan der verbrecherischen Liebe Siegmund's und Sieglindens,die Ehebruch und Blutschande glücklich vereint, auszusetzen;sie sahen unerschrockenen Auges im Kampf Siegfried'»mit Brünnhilden ein Schauspiel, das meines Wissens sonstimmer hinter den Coulissen spielte und in der Welt, wiesie ist, streng bestraft wird. Sie sahen, ja was sahen undhörten sie nicht, ohne zu ermatten! Wenn Bayrenthsich zum deutschen Olympia ausbildet, müßten die Na-men dieser Heldinnen des Wagnerthums in die Marmor-wand des Tempels mit goldenen Buchstaben eingegrabenwerden.

Gegenüber all' diesen im Für und Wider erregtenGruppen stand die Menge des harmlosen, naiven Publi-kums, welche der Mode zu Liebe gekommen war, dietheils die Neugierde, theils der Wunsch, den Kaiser vonAngesicht zu Angesicht zu begrüßen, die unbestimmte Hoffnung,Zeuge einer ganz merkwürdigen Begebenheit zu werden,Herbeigelockt hatte. Die Zahl dieser „Harmlosen" wuchsvon Abend zu Abend; der Ausfall einer Vorstellung amDienstag, den 15. August, trieb Viele zur beschleunigtenAbreise und die leergelassenen Plätze wurden von Reisen-den, die aus Kissingen, aus den kleinen Bädern des Fichtel-gebirges herbeieilten, eingenommen. Denn Billette warenimmer zu haben, sogar einzelne Akte wurden verkauft.Und daß dieser Theil des Publikums nicht gewonnen,nicht hingerissen wurde; daß er sich dem WagnerischenFestspiel gegenüber gerade so verhielt, wie jeder erstenAufführung einer neuen Oper in irgend einem" Theater