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[Zweiter Band]
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Gibichungenhalle; wenn die modernen Zwerge, die Ban-quiers, so jämmerlich ausgeraubt worden wären, wie Alberichund Mime, wo wäre Richard Wagner, sein Haus undsein Theater! Es lebe das reine Gold!

Das Stoffliche seiner Dichtung entnahm Wagner theilsden Edda-Liedern, theils dem Volksbuch vom gehörntenSiegfried. Was die Dichtung durch diese Mischung anWeltweite und Welttiese gewann, verlor sie an fester Be-stimmtheit der Zeit und des Orts. Welches auch immerin der Urzeit unseres Volkes der Inhalt des Nibelungen-liedes und sein Zusammenhang mit dem alten Götterglanbensein mochte: so, wie es uns jetzt seit sechs Jahrhundertenin der Redaction des Kürenbergers vorliegt, ist es an denRhein und die Donau gebunden, hat es durch die FigurenEtzel's und Dietrich's von Bern einen unabweisbaren histo-rischen Charakter erhalten. Sehr möglich, sagt sich derLeser der Nibelungen, daß Held Siegfried ursprünglichnnr die Symbolisirung einer Naturerscheinung und seinSchicksal zeitlos war, wie er aber jetzt vor mir steht, hebter sich von einem historischen, wenn auch in Dämmerungengehüllten Hintergründe ab. Diese Bestimmtheit konnteWagner nicht gebrauchen: Walhall, Nibelheim, der Wal-kürensels sind überall und nirgends, die Götterdämmerungist eben so wenig thatsächlich eingetreten, wie jemals that-sächlich das himmlische Jerusalem herabgestiegen ist. Wirbewegen uns bei ihm in einer unirdischen Welt, die deneinen verhängnißvollen Fehler hat, daß sie uns mit ir-dischen Mitteln auf der Bühne gezeigt werden soll. Wernun Wunder sehen will, der sieht sie leicht; wem aberdieser Wunsch und diese Gabe versagt sind, der bleibt ewigaußerhalb dieser Wagnerischen Welt. Die Edda mit ihren