Band 
[Zweiter Band]
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sich auf Siegfried's Scheiterhaufen, das Rheingold fließtin den Rhein aus des Feuers Glnth zurück, und währenddie eine der Nixen triumphirend den wieder gewonnenenReif emporhält, versinkt Hagen, von den beiden andernumschlungen, in den Wogen.

Ich sagte schon oben, daß ich die Ansicht des Dichtersvon dem Fluche, der am Golde für die Entwickelung desMenschengeschlechts kleben soll, keineswegs theile: aberfolge ich einmal willig dem Dichter in sein Reich: wieschön, mächtig und ergreifend ist diese Composition! Wiefest in einander gefügt, wie tiefsinnig und wie weit zu-gleich! Das Eingreifen der Nixen in die Handlung istjedesmal von der bedeutsamsten Wirkung. Ihr klagenderGesang, als die Götter glorreich über die Regenbogenbrückein ihre Burg ziehen; ihre Bitte und ihre Weissagung anSiegfried gehören zu den Höhepunkten des Werkes undsind den Schönheiten des „Tannhäuser's" und „Lohengrin's"ebenbürtig. Auch der philosophische Gehalt der Dichtungist hier durchsichtig und allgemein verständlich und würdees noch mehr sein, wenn Wagner's Figuren nicht an einerbedenklichen, greisenhaften Redseligkeit litten; wenn ihmdie Gabe des Lessing'schen, kurzen und scharf bestimmtenWortes gegeben wäre.

In dies Gedankengeflecht ist nun ein zweites Motivverflochten: das romantische der Liebe. Zuerst sehr flüchtigund lose, in der Zurückweisung der Werbung Alberich'sdurch die Rheintöchter, in der täppisch-blöden Neigung desRiesen Fasolt zu Freia, dann in der Liebe Siegfried'sund Brünnhildens mit dem ersten Motiv sich zum tragischenKnoten zusammenschlingend. Hier steckt die Achillesferseder Dichtung. Wagner's Behandlung geschlechtlicher Vor-