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der Freude noch der Wehmuth fließen zu machen. Dennochist die Leidenschaft Sieglindens zu Siegmund, der stür-misch ausbrechende Jubel Beider, der an die Grenze desErlaubten streifende Ausgang der Scene zwischen ihnenunvergleichlich edler und bei aller Uebertreibung wahrer,als die drei Scenen zwischen Siegfried und Brünnhildeim „Siegfried" und in der „Götterdämmerung". Sieg-numd und Sieglinde bleiben eben mit all' ihrer Schuld,trotz ihrer Verirrung im Kreise des Menschlichen, ihrGeschick vollzieht sich mit der Folgerichtigkeit einer Natur-erscheinung und ihr Tod versöhnt uns mit ihrem Vergehen.Sterbend büßen sie ihre Sünde, während die Treue, diesie einander bewahren, als ein Glorienschein um sie flammt.Anders, häßlicher und unreiner gestaltet sich das VerhältnißSiegfrieds zu Brünnhilden. Der Zauber, auf dem hierAlles beruht, hat weder Innerlichkeit noch Wahrheit:eine entgöttlichte Walküre, ein Held, der Vergessenheittrinkt; in dem ersten Duett zwischen Siegfried und Brünn-hilden der Versuch, Liebesvorgänge in einer Mischung vongereizter Sinnlichkeit und mystischer Philosophie auszu-malen — das Alles geht nicht nur über mein Begriffs-vermögen, sondern widerspricht auch meinen Empfindungen.Der Vorgang in der „Götterdämmerung", wo Siegfriedin einem empörenden Ringkampf vor Aller Augen Brünn-hilde niederzwingt, findet ihres Gleichen, wenn man billigden Unterschied in der Bildung beider Perioden bedenkt, nurin Scenen, welche die Tochter des Bärenmeisters Acacius,Theodor«, im Circus zu Konstantinopel aufführte und derenSchilderung, wie Gibbon sagt, für immer in der Dunkel-heit einer gelehrten Sprache verhüllt bleiben muß. Obdie Musik Wagner's ein solcher Schleier ist oder ob sie