Band 
[Zweiter Band]
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überdies an der einen Seite durch eine Felspartie mitHühnerstiegen, welche den steilen Bergpfad andeuten sollen,eingeengt ist. Bei den Höhlendecorationen — Nibelheimin „Rheingold" und Mime's Schmiede in „Siegfried"— stört wieder die Höhe der Schlüfte. Gegenüber diesengewaltig aufsteigenden Felswänden verschwindet jederUnterschied der Figuren, ob sie Götter oder Riesen, Menschenoder Zwerge sind: sie erscheinen gleich dürftig, den Ameisenähnlich. Das beste Stimmungsbild gewährt noch die De-coration der ersten Scene des „Rheingold": der Strommit den aufsteigenden Riffen. Es fällt mir nicht ein, denMaler zu tadeln; halten wir an dem altgewohnten Rahmenund den Alltagsbedürfnisien einer Opernbühne fest, so hater treffliche Bilder geliefert, die sich recht wohl mit denSchinkel'schen zu den Opern Spontini's in ihrer künstleri-schen Vollendung vergleichen lassen: dazu aber brauchtenwir gewiß nicht ein besonderes Theater in Bayreuth, dashätten Berlin und Wien eben so gut leisten können.

Sei es mir nun gestattet, zu schildern, wie ich mirdie Jnscenirung des Wagnerischen Festfpiels gedacht hatte.Wenn es je in der modernen Dichtung ein Mysteriumgegeben hat, so ist es „Dex Ring des Nibelungen". Dasganze Werk ist scenisch unbegreiflich, eine Ausgeburt dertollsten Romantik, wenn der Zuschauer nicht beständig denZusammenhang zwischen Walhall, der Erde und Nibelheimübersieht. Es ist die Naivetät auf die Spitze getrieben,wenn in der Bayrenther Darstellung Wotan der Wanderergemüthlich in die Coulisse abgeht oder wenn gar am Schlußder „Götterdämmerung" in rothen Dämpfen die Walhallamit den untergehenden Göttern als Nebelbild heranschwebt.„-Der Ring des Nibelungen" kann nur auf der alten drei-