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Ristori: ihr Königthum von Gottes Gnaden und ihrekatholische Gläubigkeit. Indem sie beide harmonisch zuverschmelzen weiß, wird sie beinahe zur wirklichen Maria;auch diese gefiel sich zu Fotheringhay, während sie eineVerschwörung nach der andern gegen Elisabeth anzettelte,in der Rolle der königlichen Märtyrerin, so betrachtete siedie katholische Welt. „Für uns freilich", schreibt Laingin seiner Abhandlung über Darnley's Mord, „ist dieleidende Unschuld Maria's nur ein für die Tragödie undden Roman sich eignendes Thema, denn in Wahrheitberuht ihre Unschuld auf Volksmärchen und Verzerrungder wirklichen Thatsachen, auf Verleumdung und Schmähungihrer Gegner.", Was in dem Schiller'schen Trauerspieldieser Heiligkeit unabsichtlich, doch nothwendig Abbruch thut:Maria's Neigung zu Leicester und noch mehr Mortimer'sLeidenschaft für sie, weist Adelaide Ristori, als ihrerAuffassung hinderlich, fast ganz von sich; die Scenezwischen Maria und Mortimer im Ausgang des drittenAktes ist gestrichen, ihre Liebe für Leicester äußert sich nurflüchtig und vorübergehend, das bekannte Kunststück imfünften Akte abgerechnet, wo nach dem Worte Maria'szu dem Lord: „Mög' Euer Lohn nicht Eure Strafe sein!"ihr Melville das Kreuz entgegenhält und nun in ihr einKampf der irdischen und der himmlischen Liebe sich ent-zündet — ein Streit, in dem das Kreuz siegt und siegleichsam magnetisirt: einer jener ausgeklügelten Effecte,die wie das „rothe Blut" der Mirrha und das „blut-triefende Schwert" Judith's zu den Verirrungen diesesgroßen Talentes gehören. Die Königin und die Heilige:das ist die Ristori als Maria; für die erste besitzt sieeine unnachahmliche Würde, Kraft und Hoheit, ein Lächeln,