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sie war eitel und stolz, mit den fremden Gesandten sprachsie gern von ihren Vollkommenheiten, der Schotte Melvilmußte ihr sagen, daß sie besser tanze, als seine Herrin.Sie litt nicht, daß man in Audienzen anders als auf denKnieen zu ihr sprach. Sie war die Tochter ihres Vaters,des achten Heinrichs, des Königs Blaubart. In den schreck-lichen Anwandlungen ihres Zornes griff sie wohl nach demMesser, sie hat ihren Damen die Finger zerbrochen. „GottesTod!" schwur sie dann. Aber wiederum erzählt Harrington,der sie oft und vertraut gesehen: sie konnte durch lieblicheund bescheidene Rede aller Herzen gewinnen, dann warsie wohlthuend und erfrischend wie Sommermorgenluft.Giacometti, der fast nur ihre unedlen Eigenschaften, ihrenZorn, ihre Verstellung schildert, verfehlt darum fein Ori-ginal im Ganzen: es ist Elisabeth und ist es doch wiederso gar nicht.
Ohne Adelaide Ristori wäre diese Elisabeth zur größerenHälfte ein keifendes Fischweib. Aber freilich, wenn siediese Elisabeth spielt! Einem Puritaner Stubbs, der eineBroschüre gegen ihre beabsichtigte Heirath mit dem Herzogvon Anjou, dem jüngsten Sohn der Katharina de' Medici,geschrieben, ließ Elisabeth die rechte Hand abschlagen.Im Augenblick darauf nahm Stubbs mit der Linken seinenHut ab und rief, ihn emporhebend: „Gott erhalte dieKönigin!" Und nun seht Adelaide Ristori, in demselbenblauen, silbergestickten Kleide, in dem Zuccaro so oft dieKönigin gemalt, sich zum Krieg gegen Spanien rüsten, dasSchwert ihres Vaters schwingen, ihren Adel begeistern:ja, das ist die Fürstin, die in der Hand den Commandostabdurch das Lager ihrer Milizen bei Tilbury ritt, von einemunermeßlichen Strom der Begeisterung umraufcht. Und