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im Gegentheil die Einsicht unter ihr Joch. Dies sowundersam besaitete Organ bringt zu häufig nur denKlang, nicht den Geist der Worte wieder: wenigstens inder Rolle der Jsabella. Nach der sprachlichen Seite hin,einige süddeutsche Anklänge und diese und jene falsche Be-tonung abgerechnet, vortrefflich, ließ die Leistung jedestiefere Eindringen vermissen.
Besser als die Jsabella Schiller's glückte der Künst-lerin Grillparzer's „Medea" in dem letzten Stück derTrilogie „Das goldene Vließ", welche sie am Montag, den23. Mai 1870, spielte. Hier offenbarte sich ihre ursprüng-liche bedeutende schauspielerische Begabung. Trotz derLänge der anstrengenden Rolle verringerte sich weder die Kraftnoch verlor der Wohllaut des Organs an Schönheit. Imzweiten Akte, bei der ausbrechenden Eifersucht Medea's,als sie die Leier der Kreusa zerbricht, in dem Gesprächmit Jason über die Ermordung des alten Königs vonJolkos, gab es in dem Spiel der Künstlerin einzelneMomente von ergreifender Gewalt. Hat sich allmähligdurch die Steigerung der Rede das Elementarische in derKünstlerin aller Fesseln entledigt, dann entfaltet sie eineLeidenschaft der Bewegung, die, von der ganzen Schwereund Mächtigkeit ihrer Erscheinung unterstützt, auch denWiderstrebenden zum Beifall hinreißt. Und warum wider-strebend? Weil diese Züge, diese Geberden zu eng mitgewissen schauspielerischen Kunststücken verbunden sind.Scheinbar kommen sie blitzartig und wirken blitzartig, siesind wie der Sprung des Löwen und so leicht wird keinnaiver Zuschauer solche Augenblicke hohen Genusses derKünstlerin vergessen. Aber sie sind durchaus nicht frei vonjener Effecthascherei, die ihre Wirkung vorher wohl be-