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braut, sondern eine gottbegeisterte Prophetin gewesen sei,beweisen sollte und bewies. Aus diesem Processe ging siemit jenem Heiligenscheine hervor, der sie nun für immerumspinnt. Fünfundzwanzig Jahre hatten genügt, um diekriegerische, naive und in dieser Ursprünglichkeit undFrische wunderbare Erscheinung Johanna's mit einemKranze von Legenden zu umflechten, in denen sich alleZüge des Hirtenmädchens gemildert, ihr ganzer Ausdruckidealer und symbolischer geworden war. Zu dieser Jo-hanna paßte es nicht mehr, daß sie dem Ritter Robertvon Baudricourt, als er sich ihr gegenüber zu Vaucouleurseinen schlechten Spaß erlaubt, ebenso keck geantwortethatte: „Ja, wenn ich Alles, was mir Gott enthüllt undaufgetragen hat, vollendet haben werde, dann werde ichdrei Söhne haben, von denen der erste Papst, der zweiteKaiser, der dritte König sein wird!" Die echte Johannahatte ein scharfes Schwert und eine rasche Zunge. »Inwelcher Sprache redeten denn die Engel mit Dir?" fragtesie höhnisch einer ihrer Richter. „Wahrhaftig, in einembesseren Französisch als Ihr", entgegnete sie —- er redeteden häßlichen Dialekt von Limousin. Und wie die Ge-schichte, so zeigen sie uns auch die ersten Anfänge derDichtung, die sich mit ihr beschäftigte. In dem „Mysteriumder Befreiung von Orleans", das 1435 zur Feier dieserBegebenheit von den Bürgern der Stadt mit großen Kostenaufgeführt wurde, erscheint Johanna durchaus kriegerischund keck, bei all' ihrer Prophetengabe und ihren Halluci-nationen als ein geborener Feldhanptmann. Das Merk-würdige und Ergreifende ihrer Erscheinung, das Wunder-bare ihres Auftretens verliert durch die Hervorhebungdieser realistischen Züge nichts, sie tritt uns dadurch eher