Band 
[Zweiter Band]
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unerklärlich geblieben. Der erste Eindruck wird dadurchvollkommen verwischt. Um so mehr, da er durch dieDarstellung nicht festgehalten und unterstützt wird. ClaraZiegler's Elisabeth hat nur einen Akt: das Register allerTöne wird von ihr gleich im Beginne durchlaufen, undwenn nun auch im Verlauf des Stücks bald diese, baldjene Saite schärfer angeschlagen wird, jetzt mehr die stolzeKönigin hervortritt, jetzt mehr die tiefgekränkte Liebendesich zeigt: eine dramatische Steigerung ist nicht vorhanden.Der Ausdruck ist derselbe, ob sie Essex mit dem Feld-herrnstabe den Hut vorn Kopfe schlägt oder sein Todes-urtheil unterzeichnet. Auch die Schönheit und Fülle desOrgans kommt den holprigen und schwunglosen VersenLaube's gegenüber nicht zur Geltung: wie viel leichterläßt sich in dem melodischen Strom Schiller's und Grill-parzer's schwimmen und plätschern! Das Harte, Eckige,Charakteristische, durchaus Prosaische in der SpracheLaube's setzt der Schönrednerei einen fast unübersteig-lichen Damm entgegen. Gerade hier galt es nun, eineFülle individueller Züge aus dem Gegensatz zwischen Königinund Weib zu erfinden, durch die Versenkung in die NaturElisabeth's, durch das Studium der Geschichte oder meinet-wegen auch nur aus der bekannten Dichtung Walter Scott's„Kenilworth" — dieser Roman reicht vollkommen für denZweck, aus dem leeren Schema einer liebenden alterndenKönigin zur bestimmten Gestalt Elisabeth's vorzudringen,aus. Entweder, und hier berühren wir das Räthsel, dasuns Clara Ziegler aufgiebt, bemüht sie sich nicht nachdieser Seite hin um eine tiefere Erkenntniß, oder sievermag die gewonnene Erkenntniß nicht sinnlich aus-zuprägen. Aber dem zweiten Akte ihrer Medea gegenüber

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