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zu Hülfe, aber dies beeinträchtigt nicht seine Kunst. Vonüberwältigender Wirkung ist es, wenn er, von Wuthübermannt, Jago an der Kehle saßt, niederwirft und vonihm Beweise für Desdemona's Untreue fordert. Und sofinden sich im vierten und fünften Akte noch mancheEinzelheiten, die eine außerordentliche schauspielerischeBegabung offenbaren, ein Gepräge des Eigenthümlichenund durchaus Individuellen tragen und jeden darstellendenKünstler eben so zur Betrachtung und zum Studium auf-fordern, wie das große Publikum durch die scheinbare Wild-heit einer dämonischen Natur mit sich fortreißen. Ich sage:scheinbar, weil dem Ganzen doch die wahre überzeugendeInnerlichkeit fehlt. Dies ist, zunächst für Othello, keinVorwurf für den Schauspieler. Shakspeare's Othello istvon der Mehrzahl der Romanen nur zu vergröbern, nichtzu verkörpern; Rossi läßt die seelischen Momente beiseiteund drängt die leidenschaftlichen zusammen. Dadurch ent-steht eine Ueberreizung, eine Ueberladung, die das schöneGleichgewicht zwischen dem Sohn der Wildniß und demchristlichen Edelmann, das Shakspeare so wunderbar inseiner Zeichnung der Figur zu bewahren gewußt hat, voll-kommen aufhebt. Die letzte Scene, wo Rossi-Othello sichden Hals abschneidet und — das Messer in der durch-schnittenen Kehle — sterbend auf Desdemona's Lager sinkt,verwandelt die tragische Bühne in ein Schlachthaus. Denrichtigen Maßstab zur Beurtheilung einer schauspielerischenKraft giebt nur die Dichtung des eigenen Volkes; derRachel ist es nicht eingefallen, uns Shakspeare'sche Frauen-gestalien vorzuführen; Jra Aldridge war als Neger imLustspiel unvergleichlich wahrer und drolliger, denn alsOthello und Macbeth — nebenbei bemerkt, Rossi's Dar-