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heit vor. Im ersten Akt der „Maria" entrollt er uns inden Gesprächen der Bischöfe und Kriegsmänner in derBurg Otto's III. ein vollgesüttigtes Bild der Kultur-zustände des damaligen Deutschlands. Diese Schilderungist ebenso wahr, wie farbig und geistvoll, ja noch mehr,sie trägt zur Charakterisirung der einzelnen Gestalten dasIhrige bei, mit Vergnügen folgt der Leser den Ver-schlingungen der Rede, die ihn zugleich unterhält undbelehrt. Und nun sehe man, was davon auf der Bühnebleibt! Eine der originalsten und merkwürdigsten Scenenin der „Zenvbia" ist das Gespräch zwischen Longinus,Porphyrins und Paulus, dem Bischof von Samosata.Was jene Zeit, die zweite Hälfte des dritten Jahrhundertschristlicher Zeitrechnung, auf dem Gebiete des Denkensund Glaubens bewegte und erschütterte, wird hier fürjeden Kenner in fast vollendeter Weise ausgesprochen.Auch die lebhafte dramatische Bewegung fehlt nicht; aberwenn der Bischof Paulus den platonischen PhilosophenPorphyr, der sich von ihm wendet, mit den Wortenfesthält:
„Was? den Heresiarchen
Flieht unseres Glaubens Feind? Der Heide fliehtDen Antitrimtarier? Plato's SchülerDen Ketzer in der WeseneinhcitslehreBon Sohn und Bater? Deine Hand, Porphyr!Verschränkter Hände Bund ist mein Symbol,
Ist Sinnbild meiner Homnfie" —
welche Frau, welcher Leser soll, ohne die größten Bor-kenntnisse, auch nur annähernd den Sinn dieser Worteverstehen? Klein's Dichtung ist eine ausschließliche: sieverlangt nicht nur empfindende, sondern auch hochgebildeteMenschen, um sie zu lesen, anzuschauen, zu würdigen.