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die Dichter Lope und Calderon in „Moreto" bilden einenVerein höchster und edelster Weisheit: ein Abglanz vonRaphael's Gestalten aus der „Schule von Athen" ruht aufihnen. Wie tief und wie recht heraus aus der DichtungCalderon's ist das Schlußwort des „Moreto" gegriffen:
„Worauf wir sichrer uns im Leben stützen — ?
Auf unser Herz? Auf unsern Menschengeist?
Nicht kann uns jenes vor Verderben schützen,
Das dieser oft als höchstes Glück uns preist.
Und schlummert er auf todesschwang'ren Blitzen,
So ruft das Herz dem Sturm, der es zerreißt . . .
, Nur beide können, eins im reinen Glauben,
Dem Tod und Leben ihren Stachel rauben."
Der Ruhe und Ergebenheit dieser stellt sich die Leiden-schaft und Schwärmerei, die Unruhe und der Drang derJünglinge gegenüber. Auch hier eine lange Reihe charak-teristischer Gestalten, von dem tollen, jähzornigen Mäonius,dem ehrgeizigen Johann von Schwaben zu dem träume-rischen Kaiserjüngling Otto III. Weniger kräftig und macht-voll tritt uns das männlich Heroische entgegen. Figurenwie Wallenstein, wie Macbeth und Coriolan vermissenwir; Richelieu hat nicht den Kothnrngang und die Größe,die wir von ihm erwarteten. Weder der Marschall d'Ancrein der „Maria Medici", noch König Albrecht, Crescentiusreichen hier hinan. Selbst in dem Eugenius der „Heliodora"überwiegt der Liebhaber den Helden.
Um diese Hauptgestalten bewegen sich die verschieden-artigsten, mannigfaltig zusammengesetzten Gruppen. Einereiche, bunte Welt baut sich auf. Etwas wie ein riesigesPanorama geht an unsern geblendeten Augen vorüber.Aus dem Wüstensand erhebt sich die Säulenstadt Pal-myra mit ihrem Sonnentempel. Vorn Ufer des schwarzen