Band 
[Zweiter Band]
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Meeres winken die goldenen Kuppeln byzantinischer Ka-pellen und Königsschlösser. Hier breitet sich Rom in öderVerfallenheit, das Weltende erwartend, aus, dort öffnetsich am Fuß des Harzgebirges gastlich eine deutsche Königs-bnrg. Die Westminsterhalle des englischen Parlaments,die Schlösser in Paris, der Garten von Versailles, einespanische Kathedrale: sie alle haben in dem weiten Umkreisdieser Dichtung ihren Platz. Und nicht nur nebensächlich,als Decoration, sondern, nach dem innersten Wesen desDichters, das eine Verklärung der Geschichte anstrebt, innigmit dem Leben und den Aeußerungen der Gestalten verwebt.

Wie die Fabeln in ihren entscheidenden Zügen, ent-wickelt sich auch der Begriff von Schuld und Sühne inKlein's Tragödien aus den gegebenen historischen Verhält-nissen. König Albrecht stirbt, weil er den Landadel unter-drückt und seinem Neffen die Herausgabe der väterlichenGüter weigert. Daß Otto III. den Crescentius tödtenläßt, wird die Ursache seines Todes. An dem Haß desfranzösischen Adels, den er mnthwillig gereizt hat, gehtd'Ancre zu Grunde, wie Strafford als Opfer für die vonihm frech verletzten Privilegien der Gemeinen von Eng-land füllt. Aber Klein bemüht sich, diesen historischenBegebenheiten allgemeinere, rein menschliche Ursachen unter-zuschieben und den Untergang seiner Helden nicht einzigals die unabwendliche Folge ihrer politischen Handlungendarzustellen. Dadurch rückt er sie uns näher und vertieftihre Schuld. So ist Zenobia nicht allein die Feindinder Römer: von der Ermordung ihres Gatten fällt eindüsterer Schatten auch auf sie.

Am reinsten und edelsten, wie schon bemerkt, offenbartsich Klein's Talent in „Moretv"; am heitersten in „Ein

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