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wandeln." Von Jugend auf war Grillparzer zugleichschüchtern und stolz, voll Geist und Witz im Gesprächund wiederum zu einsiedlerischem Leben und zur Schweig-samkeit geneigt: ein Charakter, der sich in der Sonne desGlückes kräftiger entfaltet haben würde. Er lebte inbeschränkten, dienstlich nicht angenehmen Verhältnissen;tragische Ereignisse in seiner Familie -- es geht eineSage von dem Selbstmord seiner Mutter verdüstertenfrüh seinen Sinn. Ein starkes Gefühl der Schwermuthist ihm eingeboren, seine Kunst selbst erfreut ihn nicht.
„Was ihr für Lieder haltet, es sind Klagen,
Gesprochen in ein freudenleeres All" —
singt schon der jugendliche, der gefeierte Dichter. Unddieser mehr wehmüthige als tragische Aecord geht durchseine ganze Dichtung, sie ist im Großen und Ganzen eineElegie. Der Mißerfolg eines romantischen Lustspiels„Weh dem, der lügt!" im Jahre 1838 brachte ihn dahin,wenn nicht der Dichtung, so doch dem Theater und derOeffentlichkeit zu entsagen. Nur mit Mühe, durch Listund Ueberredung wurden ihm seitdem einzelne Gedichteund Fragmente abgelockt. Seine Seele war und bliebgekränkt und verstimmt. Auch in einer entscheidendenLebensfrage begegnet man bei ihm derselben Empfindlichkeitund Unentschlossenheit. Er liebte ein schönes Mädchen,Katharina Fröhlich — in „König Ottokar's Glück undEnde" ist sie genannt — aber zu einer Heirath mit ihrkonnte er sich nicht entschließen. Als alter Hagestolz hater dann mit ihr und ihren beiden Schwestern vier Stiegenhoch in der Spiegelgasse im Kern der Stadt gelebt;sie hat ihm die Augen zugedrückt. Ob es nur Sorgewegen der Erhaltung einer Familie, die Furcht vor einem