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Burgtheater hatte Heinrich Laube „Des Meeres und derLiebe Wellen" und das Fragment „Esther" dauernd ein-gebürgert. Je zuweilen ward „Der Traum ein Leben"mit lautem Beifall gespielt. Was wollte Grillparzer mehr?Die großen Dramatiker haben eben eine größere Schöpfungs-kraft gehabt und eine reichere Ernte hinterlassen, aus derdie Nachwelt bald diese, bald jene Aehrengarbe wählt.
Welche Wunden die Schuld der Anderen, welche dereigene Mißmuth und der Starrsinn ihm geschlagen, dieFeier seines achtzigsten Geburtstages konnte sie Grillparzervergessen lassen. Unter so vielen ihm dargebrachten Rosenmußten die Dornen verschwinden. Freilich geschah dieHuldigung mehr aus Ehrfurcht und auf das Wort Wenigerhin, als aus der wahren Kenntniß des Dichters. Erstjetzt, nach seinem Tode, ist der Poet in seiner vollenGestalt, mit seinem ganzen Reichthum vor uns erschienen,in einer Form, die seine Lebensarbeit dem gesummtendeutschen Volke zugänglich macht. In zehn Bänden, vonJoseph Weilen und Heinrich Laube herausgegeben, liegenuns Franz Grillparzer's sämmtliche Werke (Stuttgart,I. G. Cotta'sche Buchhandlung) vor.
Grillparzer Pflegte sich selbst, in wvhlbemessenem Ab-stand, nach Schiller und Goethe aufzuführen. Für michstehen zwei Andere vor ihm, Heinrich von Kleist undHeinrich Heine. In der Gruppe der Tieck und Jmmer-mann, der Uhland und Platen findet auch Grillparzerseinen Platz. Aber zu den wahrhaft schöpferischen Geisternvermag ich ihn nicht zu zählen. Ein mannigfach besaitetesTalent," aber kein Genie. Der Grundaccord der Grill-parzer'schen Dichtung, in der Lyrik wie in seinen Dramenund Novellen, ist der elegische. Was den Lyriker Grill-