Möllere.
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solcher Hoffeste an ihn erhoben wurden, geistreich zu bewältigenund sie zugleich zu übertreffen. Für die Talentfülle Molieressind gerade auch diese kleinern Dichtungen sehr entscheidendeZeugnisse, einige gehören zum Anmutigsten und Frischesten, wasaus seiner Feder hervorgegangen ist. Sie belegen anderseits,welche durchgebildete Empfänglichkeit, welches Verständnis fürfeine Einzelheiten Moliere bei dem König und seinen nächstenUmgebungen voraussetzen durfte und welcher Unabhängigkeit,natürlich innerhalb gewisser Schranken, er sich bei seinen Aus-führungen erfreute. Dicht neben den Huldigungen für die Ma-jestät des Königs stehen treffende Wahrheiten, unbefangene undscharf satirische Lebensbeobachtungen, wie sie erst nach einemJahrhundert wieder in den Goetheschen Festspielen für denHof zu Weimar gewagt werden konnten. Ein besonders cha-rakteristisches und glückliches Produkt war in diesem Betrachtdas „Impromptu von Versailles", in welchem Moliere dieSchauspieler seiner eignen Truppe in ihren persönlichen Eigen-tümlichkeiten auftreten ließ, sie und sich selbst leicht persiflierend,während er die gespreizten Komödianten des Hotel de Bour-gogne rückhaltlos und unbarmherzig parodierte. Die berühmteStelle, in der er ankündigt, was alles seiner komischen Darstel-lung noch verfallen könne, illustriert am besten die geniale Si-cherheit, mit der er ins volle Leben griff. „Glaubst du", sagt derChevalier zum lächerlichen Marquis, „Moliere habe in seinenLustspielen schon alle Thorheiten und Schwächen der Menschenerschöpft? Hat er nicht, um nur beim Hof stehen zu bleiben,noch ein Dutzend Charaktere, an die er noch keine Hand anlegte?Hat er nicht alle die Vielen, die sich die schönsten Höflichkeitensagen und, sobald sie sich den Rücken gewandt haben, sich einVergnügen daraus machen, einer den andern zu zerreißen? Hater nicht jene überschwänglichen Schmeichler, jene faden Lobhud-ler, bei deren schaler Leichtigkeit dem Zuhörer übel wird? hater nicht jene feigen Höflinge der Gunst, jene perfiden Anbeterdes Erfolgs, die uns im Glück Weihrauch streuen und in derNot mit Füßen treten? hat er nicht die unnützen Jäbrüder, dieunbequemen Vielgeschästigen, den ganzen Troß, der statt wirk-licher Dienste nur Zudringlichkeiten ausweisen kann und der eineBelohnung verlangt, weil er den Fürsten zehn Jahre lang über-laufen hat? hat er nicht die ganze Sippschaft, die alle Weltliebkosen möchte, die ihre Höflichkeit rechts und links ausstreut