Band 
Vierter Band
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sich der Jüngling mehr und mehr von ebendiesen Lehrern, folgteden poetischen Antrieben und den litterarischen Neigungen, welchein feiner Seele lebten, und schlug die ernsten Ermahnungen zurUmkehr, die ihm von Port Royal her zu teil wurden, nichtallzuhoch an. 1660 feierte er bei derHochzeit König Ludwigs XIV.mit Maria Theresia von Spanien seinen ersten Poetentriumphmit der Ode „Die Nymphe der Seine", welcher ein den Pyre-nüischen Frieden feierndes Sonett an den Kardinal Mazarinvorausgegangen war. Der Erfolg dieser lyrischen Dichtung hobRacine aus dem Haufen der jungen Reimer und Schöngeisterin Paris heraus und verschaffte ihm ein Ehrengeschenk und einekleine Pension. Der junge Poet träumte von nichts als von neuenSchöpfungen und faßte schon das Theater ins Auge. Abervon Port Royal her erhoben sich abmahnende, beschwörendeStimmen, und die ganze Gefahr für die persönliche Existenz wiefür das Seelenheil, die eine weltliche Schriststellerexistenz bringenkonnte, ward Racine vor Augen gestellt. Er gab zunächst so weitnach, daß er sich theologischen Studien widmete, um einePfründe, die ihm sein Oheim Antoine Sconin, Generalvikar zuUzes, in Aussicht stellte, antreten zu können. Aber die Kirchen-vater zogen ihn nicht von seinen poetischen Plänen ab, und schonam Ende des Jahrs 1662 kehrte er von Uzes nach Paris zurück,begab sich wieder in die Kreise der Schriftsteller und Künstlerund ließ am 20. Juni 1664 auf Molieres Theater seine ersteTragödie „Die Thebaide" aufführen, welche sich eines sehr gutenErfolgs erfreute. Auch die nächstfolgende Tragödie: „Alexanderder Große", beschritt die Bretter des Theaters im Palais Royal.Aber da sie es hier nur zu einigen Vorstellungen brachte undRacine von einer Darstellung durch die Schauspieler des Hotelde Bourgogne größern Eindruck seines Werks erwartete, so über-trug er die Tragödie an die mit Mokiere rivalisierende Bühneund geriet darüber in ein Zerwürfnis mit letzterm. — Nach der1666 folgenden Tragödie „Andromache" ward Racine schon all-gemeiner als der berufene Nachfolger Corneilles angesehen,obschon es, der Gewohnheit der Zeit getreu, an gehässigen Be-mängelungen seiner reifenden Kunst und seines wachsendenRuhms nicht fehlte. Aber der Hof und das Publikum von Paristraten immer entschiedener für ihn ein, sowohl der einzige Lust-spielversuch Racines, die Komödie „Die Rechtsanwättc", als dieMeistertragödien„Britannicus",„Bc.jazet",„Mithridat",,,Jphi-