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Vierter Band
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Jean Racine unv die Tragödie.

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genia" errangen glänzende Erfolge. Die Tragödien „Berenice"und „Phädra" wurden mehr bestritten, allein die Wirkungender gegen sie gerichteten Angriffe und Kabalen waren doch sehrvorübergehende, und auch diese Werke wurden mit allgemeinerZustimmung dem bleibenden Repertoire der französischen Bühneeingereiht, das sich in dieser Zeit zu bilden anfing. — Die Be-günstigung, welche Racine durch den König zu teil ward, er-streckte sich nicht nur auf die Aufführungen seiner Dramen beiHof. Der Dichter empfing einen Jahrgehalt und ward schließ-lich zum Historiographen Ludwigs XIV. ernannt, offenbar inder Annahme, daß er die Größe und die Thaten des Königs derNachwelt mit der feierlichen und würdevollen Beredsamkeitschildern werde, welche man als einen Hauptvorzug seiner Tra-gödien empfand. Als die Ernennung erfolgte, hatte Racine schonden Entschluß ausgesprochen, sich Von der dramatischen Poesiezurückzuziehen. Die alten Freunde und Freundinnen von PortRoyal hatten nie aufgehört, ihm Bedenken wegen seiner Thätig-keit für das Theater einzuflößen. Üble Erfahrungen, welche erin vorübergehenden Verbindungen mit Schönheiten der Bühne(namentlich mit Madem. Champmesle) gemacht hatte, die Ein-drücke der gehässigen Jntrigen und Kampfe, die er währenddes letzten Jahrzehnts zu bestehen gehabt, gesellten sich derdüstern und selbstquälerischen Stimmung Racines hinzu, welchedurch Jugendeindrücke und persönliche Empfindungen genährtward. Auch die am 1. Juni 1677 erfolgte Verheiratung mitFräulein Catharine de Romanet, einer sehr frommen, demTheater abgeneigten und gegen die Poesie gleichgültigen Dame,mochte zu seinem Entschluß beitragen. Racine widmete sich demBeruf des Historiographen insoweit mit allem Ernst, als ernicht nur an Hosfesten und Reisen des Königs, sondern auch aneinigen kriegerischen Abenteuern desselben Anteil nahm und noch1692 und 1693 den Belagerungen von Mons und Namur bei-wohnte. Wie weit seine Arbeiten als Historiker gediehen, ent-zieht sich der Beurteilung, da das Manuskript der von ihm undBoileau hergestellten Geschichte Ludwigs XIV. 1726 verlorengegangen ist. Jedenfalls war es für seinen Ruhm ersprießlich,daß er noch einmal zur dramatischen Poesie zurückgerufen wardund zwar durch die zweite Gemahlin des Königs, Frau vonMaintenon, die Witwe Scarrons. Madame de Maintenon galtim allgemeinen als die Hauptbeförderin der frömmelnden Nei-