Lafontaine und die leichte Dichtung.
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gesichert war. Lafontaine scheint sich wegen des Übelwollensdes Königs so wenig ernsten Kummer gemacht zu haben wie umandre Mißgeschicke seines Lebens. Er fuhr fort, in seiner Weisezu leben und zu dichten, ließ sich gegen das Ende seiner Tageallerdings bestimmen, seine poetischen „Erzählungen" als un-moralisch zu verdammen und in Zukunft Besserung zu geloben,schrieb aber dann doch wieder heilere Gedichte und starb am13. April 1695 zu Paris.
Lafontaines „Sämtliche Werke" („Wnvrss eomMtss",herausgegeben von Walkenaer, Paris 1819—1820; neueste Aus-gabe von Paülly 1876) umfassen außer seinen poetischen Haupt-leistungen auch die Versuche, welche er aus dem Gebiet derTragödie, Komödie sowie der Operndichtung unternommen.Die lyrische Tragödie „Asträa" („^.strss"; erster Druck, Paris1691) erwies, daß dem naiven Talent des Dichters die drama-tische Schlagkraft, Spannung und Steigerung versagt waren;eine zweite Tragödie, „Achilles", blieb unvollendet, die Opern-und Ballettdichtungen: „Dasn e" und „Uss risui-s äu lud Ui-clrarä" würden seinen Namen schwerlich erhalten haben. Beiweitem talentreicher und anziehender stellen sich schon einige vonLafontaines Lustspielen dar. Der einaktige Schwank „Der Flo -rentiner" („lls UlorsutW") erhielt sich längere Zeit aus derBühne und zeichnete sich namentlich durch einige vortrefflicheEifersuchtsszenen aus. Auch „Ragotin"(,,Usgc>tii>, ou IsroMsnr-oniigus"; erster Druck in „Ussusil äs vissss äs tbsLtrs", Haag1702) fand bei der Ausführung entschiedenen Beisall. Es wardbehauptet, daß an diesem Lustspiel und an einigen andern kleinenKomödien Lafontaines Champmesle Mitarbeiter gewesen feiund seine Bühnenkenntnis dargeliehen habe.
Ein poetischer Roman großem Umfangs, „Uss sniours äsI^süs st ä'.4.wour" (erster Druck, Paris 1665), bildete dieÜberleitung zu den „Erzählungen und Novellen" („Vontesst iioavsllss"; erster Druck, ebendas. 1665, 1671, 1685, 1695),welche das Genie Lafontaines zuerst in seiner ganzen Eigen-tümlichkeit hervortreten ließen. Ein Erzähler von lebendigerPhantasie und Anschauungskrast, von glücklicher, warmsinnlicherSchilderungsgabe und außerordentlicher Anmut der Sprache,von frischem Humor und einer gewissen liebenswürdigen Schalk-haftigkeit, der viel und zu Zeiten das Äußerste wagte, mußtedie vornehme Welt auch dieser Zeit gewinnen. Alan bewunderte