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HlMdrrlundsechsteS Kapitel.
tige, glänzend geistreiche Naiur des unheiligen Abbe in vorzüg-lichen Versen, deren Nachlässigkeiten noch graziös bleiben, offen-baren. Chaulieus Poesien bleiben durchaus Gelegenheitsgedichte,sind frei von jedem konventionellen Zug und fesseln durch ihreEnergie des Ausdrucks und eine wahrhaft hinreißende Lebendig-keit auch heute noch.
Mit Chaulieu so intim befreundet, daß selbst seine „Ge-dichte" mit denen des Freundes zusammen herausgegebenwurden („llossiss äs Olmräisr, st äs Is, I?Lrs"; erster Druck, Lyon1724), war Charles Auguste de laFare, welcher, 1644 zuValgorge geboren, 1712 zu Paris aus dem Leben schied. Inseiner Jugend hatte er mit Auszeichnung unter Turenne gedient,späterhin lebte er zu Paris lediglich seinen Neigungen zum Ver-gnügen, das er allem Ruhm bei weitem vorzog, und schrieb ge-legentlich einige reizende kleinere Gedichte, die dem Preis derRuhe, der fröhlichen Trägheit, der Lust ohne Leidenschaft, desGlücks ohne Mühen und Kämpfe galten, kecke Sinnlichkeitatmen und daneben durch ihre witzigen Wendungen verraten,daß es dem Poeten nicht an jener geistreichen Schärfe gebricht,die Eigentum der damaligen französischen Aristokratie war.
Als Geistesgenosse Chaulieus und de la Fares und in ge-wissem Sinn als ihr Lehrer in der besondern Art der Kunst, diesie vertraten, galt Claude Emanuel Lhuillier, genanntChapelle, welcher aus einer ältern Litteraturperiode in dieZeit des Klassizismus im engern Sinn hinüberragte. 1626 zuChapelle St. Denis bei Paris geboren, erhielt Lhuillier eineausgezeichnete Erziehung; aber der geistige Einfluß Gasseudisund seine eignen glänzenden Anlagen bewahrten ihn nicht da-vor, sich bei einigem Vermögen ganz seinem Zug zur Trägheitund zum Trunk zu überlassen. Befreundet mit Boileau, Mö-llere, Racine, schonte seine in Epigrammen und Bonmots geübteKritik dieselben keineswegs, und als das „Orakel vom WeißenKreuz" (einer Schenke, die er bevorzugte) behauptete er bis anseinen 1686 erfolgten Tod eine gewisse Geltung in den Pariservornehmen und litterarischen Kreisen. Seine litterarischen Pro-duktionen beschränkten sich auf die heitere und außerordentlichlebendige „Reise durch die Provence und Languedoc"(„VoxaZs sn llrovsnss st sn llg.ogiisäos"; erster Druck in „Rs-srisil äs gustguss pisees oouveUss st Ablautes", Paris 1663)und aus kleinere Dichtungen, unter denen sich einige höchst